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Frank Albers

Selbstmanagement für den Alltag

Projektmanagement für Solo-Unternehmer

Selbstmanagement

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Nein sagen – Grenzen setzen

Nein sagen – Grenzen setzen
Nein sagen – Grenzen setzen
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Nein sagen – Grenzen setzen

Nein sagen – Grenzen setzen: Na, wie war dein Tag heute so?

  • war er mal wieder sehr stressig?
  • hast du wieder den halben Tag in Meetings verbracht?
  • warst du mit Aufgaben beschäftigt, die eigentlich gar nicht zu deinem Job gehören?
  • kommt es dir vor, als wärst du heute erneut komplett fremd bestimmt gewesen?
  • hast du – wie so oft – nicht das geschafft, was du dir vorgenommen hast?

Wahrscheinlich hast du mal wieder zu oft Ja gesagt, genickt oder einfach nur geschwiegen?
Ist das das selbstbestimmte Leben, was du zu Beginn deiner Karriere angestrebt hast?
Wenn dem nicht so ist, dann frag´ dich mal, warum denn der Tag heute so bescheiden verlief?

Vielleicht solltest du einfach öfter Nein sagen und Grenzen setzen.

Früher ging es mir ähnlich. Häufig trauen wir uns einfach nicht, Nein zu sagen.

 

Aber was hindert dich daran?

  • du denkst, es könnte deiner Karriere schaden
  • hast du Angst vor Ausgrenzung
  • oder du hast Bedenken, du könntest etwas verpassen
  • du möchtest nicht unhöflich sein
  • du traust dich nicht, deinem Chef zu widersprechen
  • oder du möchtest nicht schon wieder Schuldgefühle bekommen
  • evtl. du hast Angst davor, beim nächsten Mal nicht wieder gefragt zu werden
  • andere könnten glauben, dass du nicht leistungsfähig bist
  • du möchtest niemanden verletzen
  • du definierst dich vorwiegend über die Bestätigung anderer
  • vielleicht du möchtest gebraucht werden
  • dein Bedürfnis, anderen zu helfen, ist stärker als dein Egoismus
  • und schließlich möchtest du ja auch nicht als egoistisch gelten

 

Diese Bedenken und Ängste können auf Dauer dazu führen,

  • dass deine eigene Produktivität leidet
  • evtl. oder dass du vorwiegend für die Ziele anderer arbeitest
  • dass deine Selbstbestimmtheit langsam aber sicher den Bach runter geht

Nein sagen und Grenzen setzen

In den meisten Fällen treffen die vorhin genannten Einwände aber gar nicht zu. Die schlimmen Dinge, die du dir indeiner Fantasie ausmalst, werden erfahrungsgemäß entweder gar nicht oder nur sehr eingeschränkt eintreten. Also weg mit den Bedenken!

Über meine persönlichen Erfahrungen damit ( „nein sagen“ und „verzichten“) habe ich schon in anderen Artikeln berichtet. wie z.B. in dem über´s Pareto-Prinzip oder in dem, in dem ich der Frage nachging, ob man entspannt selbständig sein kann.

 

Natürlich ist es zu Beginn nicht einfach, einen Kunden oder einen Auftrag abzulehnen oder dem Chef zu sagen, dass du keine Zeit für die Aufgabe XY hast.

 

Aber: du musst Nein-sagen lernen und bestimmte Grenzen setzen.

 

Stell´ dir vor, es gäbe einen Nein-Sagen-Muskel. Und wie jeder Muskel, lässt sich auch der Nein-Sagen-Muskel trainieren. 

Am Anfang wirst du noch unbeholfen sein und etwas Muskel-Kater bekommen. Aber je mehr du trainierst, desto leichter fällt es dir.

Keine Arbeitsverweigerung 😉

Versteh´ mich jetzt nicht falsch, das soll kein Aufruf zur Arbeitsverweigerung sein! Und, wenn du selbständig bist, sollst du natürlich auch nicht alle Aufträge ablehnen, mache ich ja auch nicht 😉

 

Vielmehr ein Appell an verantwortungsvolles Handeln.

 

Leider sehe ich in den Unternehmen viel zu viele Karteileichen und Bürozombies, die nur noch Dienst nach Vorschrift machen und denen ihre Arbeit auf deutsch gesagt sch…egal ist. Ich möchte so nicht arbeiten. Ich könnte so nicht arbeiten.

Wenn du selbstbestimmt leben und arbeiten möchtest, musst du Nein sagen und Grenzen setzen.

Was nützt es den Kollegen und insbesondere deinem Chef, wenn du zwar nie Aufgaben ablehnst, diese Aufgaben dann aber

  • wegen Überforderung gar nicht erledigst
  • oder sie nur unzureichend erfüllst?

 

Wäre es dann nicht besser gewesen, du hättest ehrlich gesagt, dass du keine Zeit hast und ein anderer hätte die Aufgabe richtig erledigt? Vielleicht benötigt deine Abteilung auch dringend eine weitere Vollzeitstelle, weil ihr chronisch überlastet seid?

 

Nur dem Sprechenden kann geholfen werden!

 

Glaubst du wirklich, du würdest auf diese Weise in der Gunst deiner Kollegen steigen oder schneller befördert? Das Gegenteil wird der Fall sein.

 

Denkst du, es würde deinem Chef helfen, wenn du dich 6 Wochen lang total verausgabst und danach für 6 Monate wegen Burnout ausfällst? Das Gegenteil ist der Fall.

 

  • Egal, ob du angestellt oder selbständig bist:

 du musst mit deinen Kräften haushalten
  • Du musst entscheiden, was wirklich wichtig ist – und zwar sowohl für dich als auch für das Unternehmen (egal, ob es die eigene Firma ist oder das Unternehmen, in dem du angestellt bist).

 

Auch von Angestellten wird gefordert, dass sie unternehmerisch denken. Also solltest du auch das Nein-sagen lernen. Das erscheint zuerst etwas widersinnig, ist aber durchaus auch im Sinne deines Arbeitgebers.
Ich möchte Dir hierzu zwei Beispiele aus meiner selbständigen Tätigkeit als externer IT-Berater geben:

Nein Sagen – Fall #1

Als IT-Projektleiter nimmt man – fast zwangsläufig – an unzähligen Jour-Fixes, Status- und Projekt-Meetings teil. Und irgendwie wird auch immer erwartet, dass man dort erscheint.
Aber … auch, wenn die Teilnahme an Meetings in vielen Unternehmen fast wie ein unverrückbares Naturgesetz erscheint : das stimmt gar nicht. Ich habe das in keinem Physik-Buch finden können. Ich hab´ auch gegoogelt. Fehlanzeige!

 

Nein Sagen – Meetings reduzieren

In einem Projekt war das extrem und irgendwann fand ich mich fast ganztägig von Montag bis Freitag in kleinen, sauerstoffarmen, dafür powerpointreichen Tagungsräumen wieder.
 Nach und nach wies ich Outlook-Einladungen immer öfter zurück und reduzierte meine Meeting-Teilnahmen auf ein für mich erträgliches Maß.

Zu Beginn erntete ich zuweilen missmutige Reaktionen. Daraufhin führte ich persönliche Gespräche mit denjenigen, die jeweils zum Meeting eingeladen hatten und machte ihnen klar, dass in meiner Absage weder böse Absicht noch eine Herabsetzung ihrer Person zu sehen ist. 

Vielmehr läge das Problem darin, dass, wenn ich wöchentlich 40 Stunden lang zu nichts anderem komme, als in Meetings lediglich den Projektstatus zu reporten, sich an dem Status niemals etwas ändern wird. Von da an war das kein Thema mehr. Niemand war mir böse. Stattdessen freute man sich über den Projekt-Fortschritt, den ich dann nur noch alle zwei Wochen vorstellte.

Wichtiger als ein Meeting ist in den allermeisten Fällen die persönliche Kommunikation.

Das Problem besteht in den meisten Fällen einfach darin, dass der Einladende ja nicht beurteilen kann, wie ausgelastet die Teilnehmer tatsächlich sind.

 

Nein Sagen -Fall #2

Ich wurde für ein Migrations-Projekt eingekauft und sollte in dieser Funktion:

 

  • die Projekt-Koordination auf mehreren Kontinenten und die Provider-Steuerung übernehmen
  • zusätzlich hatte man sich überlegt, dass ich auch noch im Tagesgeschäft unterstützen sollte

 

Bereits nach 2 Tagen merkte ich, dass das so nicht hinhauen kann. Die Position des Auftraggebers konnte ich natürlich nachvollziehen: Man hat eine teure externe Fachkraft eingekauft und wollte diese möglichst gut nutzen 😉 Die ganze restliche Woche haderte ich mit mir. Es war eigentlich ein schönes Projekt, lief relativ lange und bot einen guten Stundensatz. Das wollte ich nicht verlieren.
Auf der anderen Seite war mir klar, dass das so nicht zu machen war. Ich würde zum einen keine Zeit haben, mich vernünftig ins Tagesgeschäft einzuarbeiten und zum anderen würde mir die Zeit fehlen, die ich für die Projektkoordination und die Kommunikation mit den Providern dringend benötigte.

 

Abstand gewinnen

Das Wochenende nutzte ich dazu, ein wenig Abstand zu bekommen und mir darüber klar zu werden, ob und wie es weitergehen sollte. Und welches Risiko ich mit der kommenden Aussprache einging.
Am Montagmorgen vereinbarte ich ein Gespräch mit meinem Auftraggeber. Ich erläuterte ihm meine Sichtweise. Er war etwas überrascht, weil ihm nicht bewußt war, dass die unterschiedlichen Aufgaben-Pakete jeweils so zeitintensiv waren.
Der Bereich des Tagegeschäfts wurde aus meiner Zuständigkeit gestrichen und ich konnte mich den eigentlichen Aufgaben im Projektmanagement widmen. Die Migrationsprojekte verliefen danach erfolgreich in „Time and Budget“ , wie es so schön heißt.

 

Nein Sagen – Fazit:

Wenn du ein selbstbestimmtes Leben führen möchtest, dann solltest du auch danach handeln. Die Risiken, die du mit verantwortlichem Handeln eingehst, sind meist geringer als die Chancen, die sich dir bieten. 

In den meisten Fällen, in denen ich gegen den Strom schwimmen musste – immer im Sinne des Projekt-Erfolges – hat mir dies den zusätzlichen Respekt der Beteiligten eingebracht. In letzter Zeit kommen Fragen in dieser Richtung auch immer häufiger in Vorstellungsgesprächen. Scheinbar wurde von den Unternehmen erkannt, dass  Zeugnisse und Zertifikate alleine nicht der heilige Gral sind, wenn es darum geht, wertvolle Mitarbeiter einzustellen.

 Ja-Sager gibt es schon zu viele.

Daher meine Empfehlung: Nein sagen und Grenzen setzen.

Das erfordert einen respektvollen Umgang miteinander.
Von mir aus auch mal emotional – aber nie persönlich, immer im Sinne der Sache.

 

 

 

 

Bildnachweis: www.fotolia.de | #79942378 | Urheber: Trueffelpix

Frank Albers

Frank Albers

Mein Name ist Frank Albers und dies sind meine beiden Themenschwerpunkte:

*Selbstmanagement für den Alltag
Als Experte für Selbstmanagement helfe ich Menschen, ihre Ziele zu finden, zu erreichen und ihr eigenes Potential optimal zu nutzen. Damit verhelfe ich ihnen zu mehr Erfolg und Lebensqualität.

*Projektmanagement für Solounternehmer
Solo-Unternehmer unterstütze ich darin, ihre Projekte erfolgreich zu realisieren. Da ich selbst seit über 11 Jahren selbstständig bin und vorher bereits 8 Jahre lang nebengewerblich tätig war, weiß ich ganz genau, wo der Solo-Unternehmerschuh drückt. Dabei greife ich auf bewährte Methoden des professionellen Projektmanagements, als auch des Zeit- und Selbstmanagements zurück.

Ich bin 50+, lebe in Montabaur, bin als IT-Projektmanager, Blogger, Trainer, Coach unterwegs und fahre leidenschaftlich gerne Enduro (Offroad).

Neben meinem Job, in dem ich hauptsächlich IT-Projekte im Auftrag von Konzernen durchführe, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht,es Menschen zu ermöglichen, entspannter durchs Leben zu gehen und dabei gleichzeitig auch noch produktiver und erfolgreicher zu sein.
Frank Albers

6 Kommentare zu Nein sagen – Grenzen setzen

  1. Hallo Frank, Du sprichst mir aus der Seele. Vielen Dank!
    Nein- sagen ist das A & O. Gerade die vielen Meetings, in denen vielleicht die Entscheider noch lange Telefonate extern führen, während alle andren warten müssen!

  2. Hallo Frank,
    ich habe mich ertappt. Auf deine am Anfang gestellten Fragen habe ich (leider) fast immer mit JA geantwortet. Ich weiß so geht es nicht weiter.
    Ich werde mir wohl dazu ein wenig Lesestoff besorgen.

    Vielen Dank, du hast mir die Augen geöffnet.

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Frank Albers

Ich bin Frank Albers

Seit über 20 Jahren helfe ich Menschen und Unternehmen, Ihre privaten und beruflichen Ziele zu erreichen.

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