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Wenn dein Hamsterrad zur Komfortzone wird und wie du herauskommst (Gastartikel)

Wenn dein Hamsterrad zur Komfortzone wird und wie du herauskommst (Gastartikel)

Wenn dein Hamsterrad zur Komfortzone wird und wie du herauskommst (Gastartikel)
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Wenn dein Hamsterrad zur Komfortzone wird und wie du herauskommst (Gastartikel)

Es ist so schrecklich, ich will hier weg!
Aber wo willst du denn hin?
Du hast doch keine Alternativen!
Ich werde schon etwas finden, ich muss, ich kann hier nicht länger bleiben, sonst gehe ich ein…
Und was wenn nicht? Dann sitzt du auf der Straße ohne Geld und kannst deine Wohnung nicht mehr bezahlen! Und wenn du etwas anderes machst, als deinen Job, dann musst du noch mal ganz von vorne anfangen, alles neu lernen…
Das ist mir egal, ich muss hier raus!

 

So oder so ähnlich klangen die Stimmen in meinem Kopf, als ich meinen Job verlassen wollte. Mein selbst gemachtes Hamsterrad. Das gleichzeitig so grausam war, aber doch so gewohnt, dass es zu meiner Komfortzone geworden war. Und beides zu verlassen sich als gar nicht so einfach herausstellte. In diesem Beitrag möchte ich dir ein wenig von meiner Geschichte erzählen und dir zeigen, was das Hamsterrad und die Komfortzone miteinander zu tun haben und wie du beide verlassen kannst.

 

Meine Komfortzone — mein Hamsterrad

Lass mich dir ein wenig aus meiner Geschichte erzählen, wo ich herkomme und was mein Hamsterrad war. Als ich fast fertig war mit der Schule, hatte ich eigentlich keinen Plan was ich wirklich machen wollte. Die großen Träume von einst (Architektin werden) waren schon längst von den Berufsberatern begraben worden („Damit kannst du heutzutage auch kein Geld verdienen und bist dein halbes Leben arbeitslos.“). Entschieden habe ich mich dann für ein Duales Studium der BWL in Verbindung mit einer Bank-Ausbildung. Aus den ganzen „guten und richtigen“ Gründen:

  • Weil BWL immer hilft.
  • Weil es Banken immer geben wird (das war 2006 vor der Bankenkrise).
  • Weil es in der Bank die zweithöchsten Ausbildungsgehälter aller Branchen gibt.

Merkst du was? Nichts davon hat damit zu tun, wer ich bin der was meine Leidenschaften sind. Okay, ein klein wenig Persönlichkeit war noch drin in der Entscheidung: Weil ich Leute beraten und ihnen helfen wollte. Der entscheidende Fehler, warum dieser Beruf dann zu meinem Hamsterrad wurde: Ich (und auch sonst niemand) habe mich nie gefragt, ob es das ist, was ich wirklich tun will, ob es mich erfüllen wird, ob ich Spaß daran haben würde. Mein Gedanke war einzig und allein, dass ich einen guten Job mit Status und Sicherheit brauche — dabei spielte immer die Angst mit, irgendwann arbeitslos zu werden. Schon in der Ausbildung merkte ich, dass der Job nichts für mich ist — nach drei Wochen rief ich heulend meine Berufsberaterin an, ob ich das abbrechen kann und es irgendeine andere Möglichkeit gibt, nicht arbeitslos zu sein. (Wie war das mit der Angst?) Neben dem größtenteils schrecklichen Team, dass ich in meiner Ausbildungsfiliale hatte, war mir der Verkaufsdruck einfach zu hoch. Bereits nach 4 Wochen Ausbildung sollten wir als Azubis den Kunden Versicherungen andrehen, obwohl wir nicht das kleinste bisschen Ahnung davon hatten. So langsam dämmerte mir, dass ich nicht verkaufen kann (dazu später mehr..) Im Endeffekt hab ich es durchgezogen, die Ausbildung und das Studium als „Klassenbeste“ abgeschlossen und vom Verkaufen abgesehen auch immer top Arbeit geleistet, für die ich gelobt wurde. Weil ich ihnen zeigen wollte, dass ich doch etwas drauf habe! Und um mir selbst zu bestätigen, dass meine Berufswahl doch nicht ganz falsch war. Nach drei Jahren dann die Frage: Und nun? Ich wollte die Branche verlassen, weil ich wusste, dass es bei anderen Banken auch nicht besser ist und man kaum Chancen hat, an Jobs ohne verkäuferische Tätigkeit zu kommen. Ich wusste mal wieder was ich NICHT wollte, aber was wollte ich denn? Kein Plan. Am Ende bin ich dann da geblieben, mangels einleuchtender Alternativen. Und weil ich Angst hatte, dass ich nicht qualifiziert genug wäre, in einer anderen Branche zu arbeiten. Mein Hamsterrad war zu meiner Komfortzone geworden. Das ist übrigens einer der häufigsten Gründe, die Menschen daran hindert, ihr berufliches Hamsterrad zu verlassen. Sie kennen nichts anderes, sie haben Angst nicht gut genug zu sein und von anderen bekommt man auch immer nur zu hören, dass man eine entsprechende Ausbildung und x Jahre Berufserfahrung benötigt.

 

Der Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung hat mich angetrieben

Was hat mich also aus dem Hamsterrad und der Komfortzone aussteigen lassen? Nach der Ausbildung und dem Studium war erst mal Schluss mit Weiterbildung. Ja, ich bekam zwar weniger Gehalt als ältere, die Gleiches konnten, weil ich mich ja noch „einarbeiten“ musste, aber eine Fortbildung oder ähnliches gab es nicht. Nach weniger als 6 Monaten konnte ich alles, was ich können musste und habe den Kollegen, die den Job seit Jahren machten, schon Dinge erklärt und gezeigt. Die eigentliche Arbeit langweilte mich. Sie war zur Routine geworden. Ich wollte Neues lernen, mich weiterbilden, aufsteigen in spannendere Positionen. Anders gesagt: Mein Geist wollte heraus aus der Komfortzone. Er wollte herausgefordert werden, neue Probleme zu lösen abseits der bekannten Muster. Und ich hatte es satt, ständig „von oben“ gesagt zu bekommen was und wie ich arbeiten soll.

 

Der Prozess läuft so, also mach es so.
Wenn ich es auf meine Art mache, bin ich 2-mal schneller und das Ergebnis ist besser.
Ja, aber der Prozess ist nun mal so, das haben wir schon immer so gemacht.

 

Das ist doch Hamsterrad schlechthin. Meine Vorgesetzten wollten mich zwingen, in ihrer Komfortzone zu bleiben. Da musste ich raus. Weil sich mein Arbeitgeber (glücklicherweise) weigerte mich irgendwie weiterkommen zu lassen, habe ich mich entschieden noch einmal studieren zu gehen. Und in dem Moment fing für mich das Problem mit der Komfortzone erst richtig an. Denn wenn du erst mal 3.000€ im Monat verdienst und dann plötzlich studieren und in Teilzeit arbeiten willst, wo du nur noch 1.200€ verdienst… dann kommen tatsächlich all die mulmigen Gefühle hoch und der Kopf schreit: „Nein! Angst! Sicherheit! Tu es nicht!“ Das Ganze passierte mir zweimal, denn anderthalb Jahre nach Beginn des Studiums wechselte ich meinen Arbeitgeber (weil der Job in der Bank noch schlimmer wurde) und plötzlich standen statt 1.200€ nur noch 880€ auf dem Gehaltszettel — gerade so viel, dass es zum Leben reichte. Und dann fängst du wirklich an zu überlegen… Was, wenn die Waschmaschine kaputt geht? Und das ist genau die Situation mit der Komfortzone, die am schwersten ist. Du stehst am Rand, willst den Schritt raus machen und die Zweifel kommen. Die Angst kommt, die Vernunft mischt sich ein und du willst doch lieber da bleiben, wo du gerade stehst. Aber das Gute war: Der Schmerz war größer. Der Wunsch das Hamsterrad zu verlassen und das zu machen, was ich will und was mir Spaß macht. Der Wunsch nach Freiheit. Der Wunsch nach Selbstbestimmung. Der Wunsch, mich persönlich weiterzuentwickeln.

 

Was heute anders ist

Heute bin ich sogar noch einen Schritt weiter. Ja, ich arbeite noch in meinem zweiten Job als IT-Beraterin und ich studiere auch noch, aber ich habe mein eigenen Lifestyle Business gegründet: Mein Business, das mir all die Freiheit, Selbstbestimmtheit und Weiterentwicklungsmöglichkeiten bietet, die ich mir wünsche. Und glaube mir, das ist definitiv nicht in meiner Komfortzone. Aber es wird langsam, denn sie wächst… Nehmen wir mal das Beispiel mit dem Verkaufen: Zitat meines Ausbilders bei der Bank: „Frau Kruse, Sie sind eine Niete im Verkaufen!“ Sagte er genau so zu mir, zwei Wochen vor der mündlichen Abschlussprüfung. Jetzt habe ich ein Business als Coach und Bloggerin. Ich muss mich als Person verkaufen, meine Dienstleistungen, meine Ideen. Und das als „Verkaufsniete“. Du kannst dir sicherlich vorstellen, wie unangenehm sich das am Anfang anfühlte. Aber soll ich dir was verraten: So langsam gewöhne ich mich daran. Ich gehe kleine Schritte, komme mehr und mehr aus mir heraus, werde mutiger und mache Fortschritte. Meine Komfortzone weitet sich. Ich fühle mich mittlerweile wohl dabei, meine Visitenkarte zu verteilen und Leuten zu erzählen, was ich tue. Und es gab sogar schon das Feedback, dass mein Blog einigen Leuten „zu viel Sell“ ist. Was ist aus den Ängsten und den Zweifeln geworden? Wie so oft, haben sie sich nicht bewahrheitet. Ja, das Geld hat zum Leben gereicht, ich hatte ja so kalkuliert. Knapp, aber es hat gereicht. Nein, die Waschmaschine ist nicht kaputt gegangen und wenn, dann hätte irgendjemand eine alte gehabt, Mutti mir Geld geliehen oder sonstwas. Im Endeffekt kann ich nur sagen: Es hat sich gelohnt!

 

Wie auch du deine Komfortzone verlassen kannst

Wenn du meine Geschichte liest, siehst du, dass ich die großen Schritte in meinem Leben meist aus Verzweiflung gemacht habe.

To make profound changes in your life, you need either inspiration or desperation. – Anthony Robbins.

Für großer Veränderungen in deinem Leben braucht es entweder Verzweiflung oder Inspiration. Für die meisten ist es gerade beim Thema berufliches Hamsterrad die Verzweiflung. Nur: Oft dauert es soo lange, bis sie groß genug ist und die Kuscheligkeit der Komfortzone überwiegt. Ich hatte Glück, bei mir ist das alles bis Mitte Zwanzig passiert. Aber es heißt nicht umsonst Midlife-Crisis, für die meisten ist an diesem Punkt die Hälfte ihres Lebens schon vorbei. Daher finde ich den Weg der Inspiration besser. Und dafür schreiben wir hier. Um dir eine Idee zu geben, was sein kann. Wie dein Leben aussehen und sich anfühlen kann, wenn du das tust, was du wirklich liebst. Wenn du dein Hamsterrad verlässt. Hier also drei Tipps für dich, wie du aus dem Hamsterrad und deiner Komfortzone kommst:

  1. Reise. Ich habe mein Online Business aus Costa Rica gegründet, als ich gerade für einen Arbeitseinsatz für einige Monate dort war. Weil es mir den Raum gegeben hat, mich besser kennenzulernen und herauszufinden, wer ich wirklich bin. Egal, welchen Reisenden du fragst, er wird dir Ähnliches erzählen. Ich glaube, dass du beim Reisen schon so weit aus deiner Komfortzone heraus bist, dass es dir leichter fällt, auch in anderen Bereichen einen Schritt zu machen.
  2. Suche dir Mitstreiter. Gerade wenn es darum geht aus dem beruflichen Hamsterrad auszubrechen, wirst du viele Menschen treffen, die deine Zweifel noch bestärken. Aber es gibt auch genug da draußen, die dich dabei unterstützen, dein Ding zu machen. Ich war gerade letztes Wochenende auf der DNX in Berlin, der Digitale Nomaden Konferenz, und es war unglaublich, wie viele inspirierende Menschen ich dort getroffen habe, die alle etwas Einzigartiges zu bieten haben und gerne ihre Unterstützung geben.
  3. Male dir das Worst Case Szenario aus. Was ist das Schlimmste was passieren kann? Und wie wahrscheinlich ist es, dass es passiert? Was würdest du dann tun? Oft kommt dabei heraus, dass deine Ängste und Zweifel gar nicht berechtigt sind. Gerade beim Thema Hamsterrad verlassen sind die Ängste oft unberechtigt. Ich gründe mein Business. Das Schlimmste was passieren kann: Niemand kauft meine Leistungen und es kommt kein Geld rein. Was kann ich dann tun? Erst meinen Lebensstandard runterschrauben. Dann vielleicht noch einen Nebenjob suchen. Zur Not gibt es Arbeitslosengeld und oft kann man auch zum alten Arbeitgeber zurück. Damit ist man zwar nicht besser dran als vorher, aber eben auch nicht schlechter. Wir leben in Deutschland, wie wahrscheinlich ist es, dass du wirklich hungernd auf der Straße leben musst? Die Methode funktioniert natürlich auch mit allen anderen Komfortzone-Challenges und Ängsten.

 

Was ich dir also mit meiner kleinen Geschichte sagen will:

 

Hamsterrad und Komfortzone liegen manchmal sehr nahe beieinander, was es nicht leichter macht, sie zu verlassen. Aber es lohnt sich!

 

Wie geht es dir mit diesem Thema?
Bist du noch im Hamsterrad und willst raus oder hast du den Schritt aus der Komfortzone schon gemacht?
Wie ist es dir dabei ergangen?
Was ist deine größte Angst?
Ich freue mich auf deine Erfahrungen in den Kommentaren.

 

 

 

 

Bildnachweis: www. pixabay.com | Datei: #390938 | Urheber: PDPics

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